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Sind Share-Deal Immobilientransaktionen gefährdet? – Änderung Grunderwerbsteuergesetz ab 01.07.2021

Zum 01.07.2021 wird das Grunderwerbsteuergesetz geändert, dies mit dem Hintergrund Share-Deals mit Immobilienbezug unter Vermeidung der Grunderwerbsteuer, zu erschweren. Ausdrücklich will der Gesetzgeber die Missbrauchsgefahr und Gestaltungsspielräume bei solchen Transaktionen begrenzen. Die Änderungen beinhalten im Kern:

• Bislang konnten, ohne dass Grunderwerbsteuer anfiel, max. 95 % der Anteile einer Personengesellschaft übertragen werden (§ 1 Abs. 2 a GrEStG a.F.);
ab dem 01.07.2021 dürfen max. 90 % der Anteile an einer grundstückshaltenden Personengesellschaft übertragen werden (§ 1 Abs. 2 a GrEStG n.F.). Zudem gelten dieselben Regelungen nun auch für Anteilsinhaber von Kapitalgesellschaften (§ 1 Abs. 2 b GrEStG n.F.).

• Die Haltefrist für die mind. 10 % der Anteile, die nicht den Gesellschafter wechseln dürfen, wird zudem von 5 auf 10 Jahre verlängert (§§ 1 Abs. 2 a, 5 Abs. 3, 6 Abs. 3 S. 2 GrEStG n.F.), in Einzelfällen beträgt diese 15 Jahre (§ 6 Abs. 4 Nr. 3 GrEStG n.F.).

Diese Gesetzesänderung wurde bereits seit 2 Jahren diskutiert und kann nun nach Zustimmung des Bundesrats vom 07.05.2021 zum 01.07.2021 in Kraft treten.

Praxishinweis:

Für zukünftige Immobilientransaktionen muss der Altgesellschafter mit mind. 10,1 % der Gesellschaftsanteile für einen Zeitraum von mindestens 10 Jahren an der grundstückshaltenden Gesellschaft weiter beteiligt werden. Besonders zu beachten ist, dass diese Änderungen auch für Transaktionen gelten, die bis zum 30.06.2021 noch nicht vollständig vollzogen wurden, sprich bei denen das Closing noch nicht eingetreten ist (§§ 23 Abs. 18 S. 1 und 2 GrEStG n.F.).

Für weitere Beratungen zu dieser neuen steuerlichen Implikation bei Immobilientransaktionen arbeiten wir eng mit unserem Steuerberatungsnetzwerk zusammen.

Dr. Sandra Fischer und Vanessa Morozov, Rechtsreferendarin

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